Ein Arbeitsunfall passiert oft in Sekunden. Ein Sturz, ein Zusammenstoß, eine schwere Verletzung. Zunächst zählt nur die medizinische Versorgung. Doch was ist, wenn die Beschwerden bleiben? Wenn Du Deinen Beruf nicht mehr wie früher ausüben kannst?

Dann geht es nicht mehr nur um Heilung. Es geht um Deine finanzielle Zukunft. Um Deine Rente. Um Deinen Verdienstausfall. Genau in dieser Phase entstehen häufig Unsicherheiten – und Konflikte mit der Berufsgenossenschaft.
Damit Du weißt, welche Rechte Du hast und wie Du Deine Ansprüche sicherst, findest Du hier die wichtigsten Informationen im Überblick.
Nicht jede Verletzung heilt vollständig aus – manchmal bleiben gesundheitliche Einschränkungen zurück, die länger als sechs Monate andauern. Dazu zählen beispielsweise chronische Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Nervenschäden oder psychische Belastungen, die auf den Arbeitsunfall zurückzuführen sind.
Juristisch relevant ist, ob eine sogenannte Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) vorliegt. Die MdE wird durch medizinische Sachverständige in Prozent ermittelt (§ 56 Abs. 1 SGB VII).
Ab einer MdE von mindestens 20 Prozent und fortbestehender gesundheitlicher Beeinträchtigung kann Anspruch auf eine Verletztenrente bestehen. Gerade an der Einschätzung der MdE entzünden sich oft Auseinandersetzungen mit der Berufsgenossenschaft.
Wird Dein Arbeitsunfall anerkannt und bleiben gesundheitliche Schäden bestehen, kommen verschiedene Leistungen in Betracht.
Die BG verfolgt grundsätzlich das Prinzip „Reha vor Rente“. Ziel ist es, Dich wieder ins Berufsleben einzugliedern. Wenn das nicht vollständig möglich ist, soll die Verletztenrente den dauerhaften Verdienstausfall ausgleichen.

Alles zum Thema Arbeitsunfall bei der BG liest Du in diesem Beitrag.
Viele Betroffene verwechseln diese Leistungen. Verletztengeld ist eine Übergangsleistung. Es wird gezahlt, solange Du arbeitsunfähig bist. In der Regel beträgt es 80 Prozent Deines Bruttoverdienstes, darf aber Dein Netto nicht übersteigen.
Die Verletztenrente dagegen ist eine dauerhafte Leistung. Sie setzt eine MdE von mindestens 20 Prozent voraus und wird auf Grundlage Deines Jahresarbeitsverdienstes berechnet.
Ein Produktionsmitarbeiter verletzt sich schwer am Rücken. Trotz Therapie bleibt er dauerhaft eingeschränkt und kann keine körperlich belastenden Tätigkeiten mehr ausüben. Die BG bewertet seine MdE zunächst mit 10 Prozent. Eine Rente wird abgelehnt.
Nach Widerspruch und erneuter Begutachtung wird eine MdE von 30 Prozent anerkannt. Erst dadurch erhält er eine Verletztenrente, die seinen dauerhaften Einkommensverlust teilweise ausgleicht.
Jetzt handeln – sichere Deine Ansprüche
Ein Arbeitsunfall mit langfristigen Folgen darf nicht zu einer dauerhaften finanziellen Belastung werden. Warte nicht, bis Fristen verstreichen oder falsche Berechnungen bestandskräftig werden.
Lass Deinen Bescheid prüfen und sichere Dir die Leistungen, die Dir zustehen.
Gerade bei langfristigen Folgen kommt es häufig zu Streitigkeiten. Typische Probleme sind:
Schon kleine Abweichungen können über Jahre hinweg zu erheblichen finanziellen Nachteilen führe

Arbeitsunfall trotz Teilzeit oder Minijob? Mehr dazu hier.
Wenn Du einen ablehnenden Bescheid erhältst, solltest Du die Frist beachten. In der Regel hast Du einen Monat Zeit, um Widerspruch einzulegen.
Ein erfolgreicher Widerspruch setzt eine sorgfältige Prüfung voraus:
Viele zunächst abgelehnte Ansprüche lassen sich im Widerspruchsverfahren oder vor dem Sozialgericht erfolgreich durchsetzen.
Ein Arbeitsunfall mit dauerhaften Folgen wirkt sich nicht nur auf Deine Gesundheit aus. Er kann Deine gesamte berufliche und finanzielle Zukunft verändern. Genau deshalb ist es entscheidend, frühzeitig die richtigen Schritte einzuleiten, um Deinen langfristigen Verdienstausfall gegenüber der Berufsgenossenschaft abzusichern.
Viele Betroffene verlassen sich darauf, dass die BG schon „alles richtig berechnet“. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass Einschränkungen unvollständig erfasst oder finanzielle Grundlagen falsch angesetzt werden. Das kann über Jahre hinweg zu erheblichen Einbußen führen.
Eine saubere Dokumentation ist die Grundlage für jede erfolgreiche Durchsetzung Deiner Ansprüche. Achte darauf, dass Deine ärztlichen Berichte nicht nur Diagnosen enthalten, sondern konkrete funktionelle Einschränkungen beschreiben.
Wichtige Fragen sind zum Beispiel:
Gerade psychische Beschwerden nach einem schweren Arbeitsunfall werden von der Berufsgenossenschaft häufig zurückhaltend bewertet. Wenn diese Beschwerden jedoch kausal auf den Unfall zurückzuführen sind, müssen sie bei der Feststellung der Minderung der Erwerbsfähigkeit berücksichtigt werden.
Ebenso wichtig ist die vollständige Erfassung aller Behandlungen. Reha-Maßnahmen, Schmerztherapien, psychologische Begleitung oder Folgeoperationen zeigen, wie schwerwiegend die Unfallfolgen tatsächlich sind.
Der sogenannte Jahresarbeitsverdienst bildet die Berechnungsbasis für Deine Verletztenrente. Wird dieser zu niedrig angesetzt, fällt auch Deine monatliche Rente entsprechend geringer aus.
Hier passieren in der Praxis häufig Fehler. Wurden Überstunden berücksichtigt? Sind Zulagen, Schichtzuschläge oder variable Vergütungsbestandteile korrekt einbezogen? Wurden Sonderzahlungen oder Prämien berücksichtigt?
Ein zu niedrig angesetzter Jahresarbeitsverdienst bedeutet über Jahre hinweg weniger Geld. Deshalb solltest Du jeden Rentenbescheid der Berufsgenossenschaft genau prüfen lassen.
Je früher Du Unklarheiten erkennst und reagierst, desto größer ist Deine Chance, Deinen langfristigen Verdienstausfall vollständig abzusichern.
Sobald es um dauerhafte Unfallfolgen, Rentenansprüche oder erheblichen Verdienstausfall geht, wird das Verfahren komplex. Die Entscheidungen der Berufsgenossenschaft beruhen häufig auf medizinischen Gutachten. Diese sind jedoch nicht automatisch fehlerfrei oder vollständig.
Ein spezialisierter Anwalt für BG Unfälle kann entscheidend sein, wenn:
Gerade bei langfristigen Folgen eines Arbeitsunfalls geht es oft um Leistungen, die über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte gezahlt werden. Eine zu niedrige Einstufung kann sich daher massiv auf Deine finanzielle Zukunft auswirken.
Ein erfahrener Anwalt Berufsgenossenschaft prüft Bescheide, analysiert Gutachten und entwickelt eine klare Strategie für Widerspruch oder Klage. Er sorgt dafür, dass Deine gesundheitlichen Einschränkungen realistisch bewertet werden und Deine Ansprüche nicht untergehen.
Viele Betroffene suchen erst dann rechtliche Unterstützung, wenn ein ablehnender Bescheid vorliegt. Häufig ist es jedoch sinnvoll, bereits im laufenden Verfahren rechtlichen Rat einzuholen. So lassen sich Fehler frühzeitig korrigieren.
Ab wann habe ich Anspruch auf eine Verletztenrente?
Wenn Deine Erwerbsfähigkeit infolge des Arbeitsunfalls um mindestens 20 Prozent gemindert ist und diese Einschränkung länger als 26 Wochen andauert.
Wie lange zahlt die BG Verletztengeld?
Bis zur Wiederherstellung Deiner Arbeitsfähigkeit oder bis eine Verletztenrente beginnt.
Kann ich gegen eine zu niedrige MdE vorgehen?
Ja. Du kannst Widerspruch einlegen und die Bewertung medizinisch und rechtlich überprüfen lassen.
Was passiert, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann?
Dann kommen Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder eine Verletztenrente in Betracht.
Lohnt sich anwaltliche Hilfe bei Streit mit der BG?
Gerade bei langfristigen Folgen und hohen Rentenansprüchen ist eine spezialisierte anwaltliche Unterstützung häufig entscheidend für den Erfolg.
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